Peer-Projekt für Studierende

Informationsgewinnung durch Peers

Ausgangssituation

Ausländische Männer und Frauen gehören immer öfter zum Klientel von Aids-Hilfen. Häufig sind ausländerrechtliche Fragen ein zentrales Thema in der Beratung und Begleitung der KlientInnen. Die bestehende HIV-Infektion oder Aids-Erkrankung erhält dann eine besondere Bedeutung, weil sie als Abschiebungshindernis nach § 60 Abs. 7 AufenthG anerkannt werden kann. Sehr oft hängt die Erlaubnis, in Deutschland zu bleiben, von dieser Anerkennung ab.

Aids-Hilfen sowie kooperierende Beratungsstellen und Anwälte haben in diesen Fällen eine besondere Verantwortung: In Abhängigkeit von der Qualität ihrer Recherchen und ihres Vortrages vor Gericht wird eine Entscheidung gefällt, die für die betreffende Person weitreichende Konsequenzen hat. Es ist also erforderlich, sehr gründlich zu recherchieren, um ein möglichst genaues Bild von der Situation im Herkunftsland und am Herkunftsort zu erhalten.

Das Internet ist das Medium der Wahl, um kostengünstig, schnell und effizient Informationen zur Verfügung zu stellen. Unter der dafür eingerichteten Domain  www.aids-laenderberichte.de werden Berichte, Texte und Links zum Thema “HIV/Aids im ausländerrechtlichen Kontext” veröffentlicht. Länderberichte sind alphabetisch geordnet, andere Quellen sind per Stichwort zugänglich.

Das Peerprojekt

Im Rahmen einer Erweiterung von www.aids-laenderberichte.de möchten wir bei der Informationsbeschaffung  neue Wege beschreiten und über Internetquellen und Internetrecherchen hinausgehen.

Unsere Idee ist es, direkte Kontakte in einzelne Länder herzustellen. Eine gute Möglichkeit der Informationsbeschaffung sehen wir bei Studierenden, die  ins Ausland gehen bzw. bei ausländischen Studierenden in Dresden mit Kontakten ins Heimatland.

Zielsetzung ist, dass HIV/Aids-relevante Informationen aus verschiedenen Ländern dieser Welt mit Hilfe von Peers (StudentInnen) vor Ort recherchiert werden. Diese Informationen werden dann gesammelt, aufbereitet und über das Internetportal der Öffentlichkeit und einem Fachpublikum zur Verfügung gestellt.

Zweiter Effekt dieses Projektes ist, dass junge, sexuell aktive Frauen und Männer (StudentInnen) sich persönlich mit der Problematik HIV und Aids auseinandersetzen. Die Selbstreflexion soll zudem die StudentInnen als MultipliaktorInnen qualifizieren.

Verantwortlich

Sowohl www.aids-laenderberichte.de als auch das Peerprojekt wird von der Aids-Hilfe Dresden e.V. realisiert. Die Aids-Hilfe Dresden ist ein gemeinnütziger Verein, der seit 2o Jahren Beratung, Begleitung und Prävention zu der Thematik anbietet. Mehr Informationen finden Sie unter www.aidshilfe-dresden.de.